Fast jede Patientin und jeder Patient hat bereits einmal eine Röntgenaufnahme machen lassen. Dabei werden verschiedene Schutzmaßnahmen eingesetzt, die den Körper vor unnötiger Strahlenbelastung schützen, sowie Bewegungen während der Aufnahme eingeschränkt. Auch in der Zahnmedizin spielt das Röntgen eine große Rolle. Wozu wird es benötigt – und ist es wirklich gesundheitsgefährdend?
Warum wird in der Zahnmedizin geröntgt?
Zähne bestehen nicht nur aus den sichtbaren Kronen, sondern auch aus Wurzeln und inneren Strukturen, die der Zahnarzt mit Spiegel und Sonde nicht einsehen kann. Die einzige Möglichkeit, diese Bereiche sichtbar zu machen, sind Röntgenaufnahmen. Sie werden sowohl zur Diagnostik von Erkrankungen und Abweichungen als auch zur Kontrolle und Nachsorge von Behandlungen eingesetzt.
Was zeigt eine Röntgenaufnahme?
Mit Hilfe von Röntgenbildern können unter anderem erkannt werden:
• Karies zwischen den Zähnen oder unterhalb des Zahnfleisches,
• sekundäre Karies unter bestehenden Füllungen oder Kronen,
• die Qualität einer Wurzelkanalbehandlung,
• der Zustand des Knochens, der die Zähne trägt – besonders wichtig bei Parodontitis,
• die Planung bei Implantationen, Extraktionen oder prothetischen Arbeiten.
Darüber hinaus helfen Röntgenaufnahmen, Fremdkörper, Zysten, Tumoren, Entwicklungsstörungen oder Verletzungen zu diagnostizieren.
Welche Arten der Röntgendiagnostik gibt es?
• Intraoral: einzelne Zähne oder kleine Zahnabschnitte.
• Panoramaröntgen: Überblick über die gesamte Mundsituation, Wurzellage, Stellung der Zähne und Zustand des Knochens; für die Kariesdiagnostik jedoch weniger geeignet.
• Digitale Volumentomographie (DVT): modernste Methode, die ein dreidimensionales Bild liefert.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung?
Röntgenstrahlen gehören zur ionisierenden Strahlung, die den Körper durchdringen kann und dadurch ein Bild erzeugt. Unterschiedliche Gewebe (Zahn, Zahnfleisch, Zahnmark) absorbieren die Strahlen unterschiedlich stark, weshalb sie auf den Aufnahmen unterscheidbar sind.
Zwei Arten der Bildaufnahme:
• auf Film,
• oder digital über Sensoren (Radiovisiografen).
Bei digitalen Verfahren dauert die Aufnahme kürzer und die Strahlenbelastung ist bis zu 90 % geringer als beim klassischen Film. Zudem steht das Bild sofort am Computer zur Verfügung.
Röntgen in Zahlen
• klassische Filmaufnahme: ca. 0,5 Sekunden Belichtungszeit,
• digitale Aufnahme: ca. 0,125 Sekunden oder weniger.
In der Zahnmedizin werden sehr schmale Strahlenbündel eingesetzt, die Expositionszeiten sind äußerst kurz. Trotzdem müssen alle Untersuchungen gemäß medizinischen Richtlinien durchgeführt werden. Schutzmittel wie Bleischürzen oder spezielle Halskragen verhindern unnötige Strahlenexposition.
Wann sollte nicht geröntgt werden?
Röntgenuntersuchungen sind für kleine Kinder und Schwangere im ersten Trimester nicht empfohlen. In späteren Schwangerschaftsmonaten besteht kein Risiko für die Entwicklung des Kindes. Auch stillende Mütter können ohne Gefahr geröntgt werden.
Fazit
Bei Einhaltung aller Schutzmaßnahmen ist die Röntgendiagnostik in der Zahnmedizin ein sicheres und unverzichtbares Verfahren. Sie liefert Informationen, die mit anderen Methoden nicht gewonnen werden können, und unterstützt eine präzise Planung sowie erfolgreiche Behandlung.




